Emilian Stanev, ein literarisches Pseudonym von Nikola Stoyanov Stanev, wurde am 28. Februar 1907 in Tarnovo, Bulgarien, geboren. Seine prägenden Jahre verbrachte er überwiegend in Tarnovo und Elena, wo er mit seiner Familie lebte. Schon früh führte ihn sein Vater in die Jagd in der Wildnis ein, ein Erlebnis, das ihn nachhaltig prägte und später in seinen literarischen Werken durch lebendige Naturbeschreibungen zum Ausdruck kam.
1928 schloss er sein Abitur in Wratsa als Privatschüler ab, bevor er nach Sofia zog. Dort studierte er kurzzeitig Malerei bei Professor Tseno Todorov. Anschließend, in den 1930er Jahren, vertiefte sich Stanev in Finanz- und Kreditwissenschaften an der Freien Universität, der heutigen UNSS.
Von 1932 bis 1944 hatte Stanev eine offizielle Position in der Stadtverwaltung von Sofia inne. Später, im Jahr 1945, übernahm er die Leitung einer Jagdfarm im Dorf Bukovets, Loweschko. Stanev war insbesondere ein regelmäßiges Mitglied des engen persönlichen Kreises um den Diktator Todor Schiwkow, der oft als „Jagdtrupp“ bezeichnet wurde und dem er als informeller Berater diente. Seine Verbindung zu Schiwkow verschaffte ihm einen einzigartigen Blickwinkel auf die politische Sphäre.
Emilian Stanev starb am 15. März 1979 und hinterließ ein Erbe, das über seine literarischen Beiträge hinausging und von seinen Naturerlebnissen und seinem Engagement in politischen Kreisen dieser Epoche der bulgarischen Geschichte geprägt war.
