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Filipovtsi (Bezirk)

Stadtviertel

Filipovtsi, westlich des Wohnkomplexes Lyulin in Sofia gelegen, ist ein Stadtteil mit reicher Geschichte und einzigartigem Charakter. Bevor Filipovtsi 1971 zu Sofia kam, war es ein eigenständiges Dorf und trug zur vielfältigen Stadtlandschaft bei.

Dieser Stadtteil zeichnet sich durch eine unverwechselbare Architektur aus, die vor allem durch niedrige Gebäude geprägt ist. Er ist bedingt in zwei Teile unterteilt: den Zigeunerteil, bekannt als Filipovtsi-Dorf, und den bulgarischen Teil, bekannt als Filipovtsi-Viertel. Der Zigeunerteil mit 4659 Einwohnern (Stand: September 2017) besitzt eine einzigartige kulturelle Identität, während der bulgarische Teil mit 2028 Einwohnern (Stand: September 2020) zur Vielfalt des Viertels beiträgt.

Der Nahverkehr in Filipovtsi wird durch zwei Buslinien erleichtert: die Linien 42 und 81. Das Viertel beherbergt außerdem zwei Schulen: die Grundschule „Vasil Levski“ 103 im Roma-Viertel und die Grundschule „St. Kyrill und Method“ 77 im bulgarischen Teil. Wichtige Straßen wie die Straße des 3. März und der Suhodolski-Weg tragen zur guten Erreichbarkeit des Gebiets bei.

Neben wichtigen Dienstleistungen wie Geschäften, Kindergärten und Polikliniken bietet Filipovtsi auch kulturelle und religiöse Sehenswürdigkeiten. Das Viertel verfügt über Geschäfte, eine Konditorei, eine Bäckerei, Restaurants und eine Pizzeria. Im Roma-Viertel gibt es eine evangelische Kirche, im bulgarischen Teil eine orthodoxe Kirche.

Filipovtsi hat historisch interessante Wurzeln: Archäologische Funde legten die Überreste einer großen römischen Vorstadtvilla in der Nähe von Sofia frei. Diese Villa mit ihren Mosaiken und Skulpturen verdeutlicht die historische Bedeutung des Gebiets. Während der osmanischen Herrschaft hatten die Bewohner von Filipovtsi eine besondere Stellung inne, da sie sich hauptsächlich der Falkenzucht widmeten. Diese Spezialisierung verschaffte ihnen die Gunst des Sultans Mejit Khan und ein gewisses Maß an Schutz und Gunst der osmanischen Behörden.

Das Zigeunerdorf Filipovtsi entstand Ende der 1950er Jahre, als ein Teil der Roma-Bevölkerung aus dem Sofiaer Stadtteil „Konnjovitsa“ dorthin umgesiedelt wurde. Anlass für diese Umsiedlung war ein Besuch des sowjetischen Diktators Nikita Chruschtschow, der die Zustände in Konnjovitsa miterlebte und die Entscheidung zur Umsiedlung der Bewohner nach Filipovtsi beeinflusste.

Geographisch liegt Filipovtsi 8,7 km südwestlich des Zentrums von Sofia, eingebettet in den Bezirk Ljulin der Stadtgemeinde Sofia. Der Bezirk hat die Postleitzahl 1390 und gehört zum Verwaltungsgebiet Ljulin. Mit seiner historischen Tiefe und zeitgenössischen Lebendigkeit ist Filipovtsi nach wie vor ein fester Bestandteil der vielfältigen Stadtviertel Sofias.

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