Im Jahr 479 n. Chr. sah sich der byzantinische Kaiser Zenon gezwungen, ein Bündnis mit den rätselhaften „Bulgaren“ zu schließen, die in der Region zwischen Konstantinopel und der Adriaküste lebten, wie Johannes von Antiochia berichtet. Dies markierte einen bemerkenswerten Wandel in der byzantinischen Politik und würdigte die Bedeutung dieser mächtigen Nachbarn. Theophanes der Bekenner ging in seiner Chronik des Jahres 494 näher auf dieses Bündnis ein und erwähnte Einfälle der „sogenannten Bulgaren“ in Illyrien und Thrakien, die ihren wachsenden Einfluss und ihre Präsenz in der Region verdeutlichten. Marcellin Komes, der die Ereignisse des Jahres 499 n. Chr. aufzeichnete, beschrieb eine Konfrontation zwischen Aristos, dem Kommandeur der illyrischen Streitkräfte, und den plündernden Bulgaren, die zu einer erheblichen Niederlage der Römer gegen die Invasoren entlang des Flusses Tsurta (Corlu) führte.
Spätere Berichte von Johannes Zonara und Theophanes dem Bekenner aus dem Jahr 501 n. Chr. dokumentierten einen erneuten bulgarischen Einfall in Illyrien und Thrakien und unterstrichen deren anhaltenden Einfluss auf die geopolitische Landschaft der Region. Diese Berichte stellen frühe Belege für das Eindringen bulgarischer Stämme in diese Gebiete dar und deuten auf ihre Bedeutung als bedeutende Akteure in der regionalen Politik hin.
Nach dem Zerfall des Hunnenstaates im Jahr 453 n. Chr. begannen slawische Migrationswellen. Slawische Stämme überquerten die Karpatenpässe und ließen sich in der zweiten Hälfte des 5. Jahrhunderts in Siebenbürgen nieder. Mit dem Abzug der Mehrheit der Ostgoten nach Italien im Jahr 488 n. Chr. eroberten slawische Gruppen ehemals von ihnen bewohnte Gebiete entlang der unteren und mittleren Donau. Historische Aufzeichnungen verzeichnen den ersten dokumentierten slawischen Überfall über die Donau im Jahr 519 n. Chr. während der Herrschaft von Kaiser Justin I. durch den Stamm der Antis.
Im Laufe des 6. Jahrhunderts intensivierten sich die slawischen Migrationen südlich der Donau, was zu Siedlungen auf dem Balkan führte. Im 7. Jahrhundert entwickelten sich die Südslawen zur vorherrschenden Bevölkerung auf der gesamten Balkanhalbinsel. Sie weiteten ihre territoriale Kontrolle schrittweise aus und umfassten Regionen wie Mysien, Thrakien, Mazedonien, die Rhodopen, die griechische Adriaküste, den zentralen Peloponnes und sogar einige Ägäisinseln. Darüber hinaus erstreckten sich slawische Siedlungen bis nach Kleinasien, was die demografische und kulturelle Landschaft der Region weiter veränderte.
