Startseite » Bulgarien (DE) » 100 nationale Touristenattraktionen » Tombul-Moschee „Scherif Halil Pascha“ 1744

Tombul-Moschee „Scherif Halil Pascha“ 1744

100 nationale Touristenattraktionen

Die „Scherif Halil Pascha“-Moschee in Schumen ist die größte Bulgariens und nach der „Sultan Selim“-Moschee in Edirne die zweitgrößte auf der Balkanhalbinsel. Wegen ihrer Kuppelform ist sie auch unter dem Namen Tombul-Moschee bekannt. Heute ist sie ein Kulturdenkmal, ein Gebetshaus und eine vielbesuchte Touristenattraktion.

Um diese Moschee, die einst im Stadtzentrum stand, ranken sich viele Legenden. Die bekannteste erzählt von Scherif Khalil, einem Einheimischen aus dem Dorf Madara, der ein sehr ungehorsamer Sohn war. Sein Vater, der ihn oft mit den Worten „Aus dir wird nie ein Mann werden“ schalt, schickte ihn nach Konstantinopel. Der junge Mann trat der Armee bei, wo er großen Mut bewies. Er interessierte sich auch für Naturwissenschaften und Literatur und wurde Mitglied der sogenannten „Gelehrtengesellschaft“ am Hof ​​von Sultan Ahmed III. Er erwies sich auch als guter Diplomat und wurde nach mehreren hohen Ämtern 1736 zum Pascha ernannt. Anschließend kehrte er nach Schumen zurück, wo er unhöflich, arrogant und respektlos zu seinem Vater sagte: „Wie du siehst, bin ich nicht nur ein Mensch geworden, sondern auch ein Hirte, ich bin ein großer Mann geworden.“ Der Legende nach schüttelte der verbitterte Vater den Kopf und antwortete seinem Sohn: „Du bist vielleicht ein Pascha geworden, aber kein Mensch.“ Dann ging er hinaus und starb kurze Zeit später. Scherif Halil Pascha bereute seine Unhöflichkeit und beschloss, um sein Gewissen zu beruhigen, ihm zu Ehren eine Moschee zu errichten. Der Bau begann 1740, und die Moschee wurde vier Jahre später abgeschlossen.

Der Komplex verfügt über mehrere Innenhöfe. Im größten befindet sich der Brunnen für die rituelle Waschung vor dem Gebet. Gläubige sind überzeugt, dass sein Wasser heilig ist. Dieser Hof ist wegen der Form der Bögen vor den zwölf ihn umgebenden Räumen auch unter dem Namen „Arkade“ bekannt. Sie beherbergten die Studenten der theologischen Schule, der „Madrasa“. Darüber, im zweiten Stock, befindet sich die Bibliothek der Moschee, die über 5.000 Bände religiöser Literatur in arabischer und persischer Sprache enthält. Auch die Schriften und Karten von Abu Abdullah Mohammed al-Idrisi, einem berühmten Reisenden und Geographen des 12. Jahrhunderts, wurden hier aufbewahrt. Aufgrund ihres außergewöhnlichen Wertes wurden sie in die öffentliche Bibliothek „St. Kyrill und Method“ in der Hauptstadt überführt.

Das 40 Meter hohe Minarett dominiert alles. Um die Gläubigen zum Gebet zu rufen, muss der Muezzin 99 Stufen erklimmen. Die Tombul-Moschee ist sowohl außen als auch innen wunderschön. Der Gebetsraum, den man durch einen Korridor mit hohen Arkaden im maurischen Stil betritt, besticht durch die reiche Kombination von Farben und Formen. Über der Eingangstür befindet sich eine Marmorinschrift mit acht Versen, die den Erbauer des Tempels loben. Die Halle selbst hat eine sehr interessante Form: Die Grundfläche ist ein Quadrat, das in der Mitte in ein Achteck übergeht, der obere Teil ist ein Kreis und endet mit einer 25 Meter hohen Kugel (Kuppel), die den Himmel symbolisiert. Die hervorragende Akustik der Gebetshalle soll auf die kunstvoll in die Wände eingearbeiteten Tontöpfe zurückzuführen sein – eine Technik, die damals von vielen Baumeistern und beim Bau christlicher Tempel verwendet wurde.

Sie ist ebenfalls reich verziert, doch da der Koran die Darstellung von Menschen verbietet, sind die Motive geometrische Figuren, arabische Inschriften und Pflanzenelemente – allerdings von Pflanzen, aus denen kein Alkohol gewonnen werden kann. Der sogenannte Mihrab – der Sitz des Imams und zugleich das Podium, von dem aus er freitags seine Predigten hält – ist üppig verziert. Die jüngste Restaurierung hat die wahre Schönheit der Tombul-Moschee zum Vorschein gebracht. Es wird vermutet, dass auch Christen zu ihrer Dekoration beigetragen haben.

Öffnungszeiten:
Öffnungszeiten:
09:00–18:00 Uhr, ganzjährig (außer an Feiertagen)

Eintrittspreise:
Erwachsene: 4 BGN, Studenten: 2 BGN
Vorträge: Vortrag auf Bulgarisch: 6 BGN
Fotoshooting: 2 BGN
Videoaufnahme: 4 BGN

Kontakt:
Adresse: Stadt Schumen, Rakovski-Straße 21
Telefon: +359 54 802875

Haben wir etwas falsch gemacht? Kontaktieren Sie uns!