Samuils Festung liegt am rechten Ufer des Flusses Strumeshnitsa, am Fuße des Belasitsa. Hier ereignete sich im Jahr 1014 eine der größten Tragödien in der Geschichte des bulgarischen Staates.
Während einer Schlacht in der Nähe der Festung besiegte der byzantinische Kaiser Basilius II., bekannt als der Bulgarenschlächter, die bulgarische Armee unter Zar Samuel und nahm sie fast vollständig gefangen. König Samuel und seinem Gefolge gelang nur knapp die Flucht. Nach christlicher Lehre sollten gefangene Christen nach Kriegsende freigelassen werden. Der byzantinische Kaiser missachtete diese Militärregel und ließ die gefangene 14.000 Mann starke bulgarische Armee erblinden, sodass auf jeweils hundert Mann nur ein Anführer übrig blieb.
Samuils Festung in der Nähe des Dorfes Kljutsch ist nicht nur Schauplatz einer großen Tragödie, sondern auch Zeugnis einer bis dahin in der Geschichte unbekannten Grausamkeit, eines beispiellosen Kriegsverbrechens. Es gibt und kann keine andere Definition für die Blendung von 14.000 unbewaffneten und wehrlosen Gefangenen geben. Für Basilius II., der den Titel nicht des Bulgaren, sondern des Totschlägers verdient, ist das eher ein Grund zur Schande als zum Stolz.
Die tragischen Ereignisse des unglücklichen Sommers 1014 hinterließen tiefe Spuren nicht nur im Gedächtnis der Bevölkerung dieser Region, sondern auch in den Legenden und Namen von Orten wie Ochevad, Chukalitsa, Smerdeschnitsa und anderen.
Die Funde der archäologischen Ausgrabungen belegen, dass der Hügel, auf dem sich die Festung befand, bereits im 3./1. Jahrhundert v. Chr. vom thrakischen Stamm der Meder bewohnt war. Die Siedlung auf dem Hügel erlebte ihre größte Blütezeit im 9./10. Jahrhundert, als sie dicht besiedelt war und wahrscheinlich während eines der zahlreichen Feldzüge Basilius’ II. niedergebrannt wurde. Um den Byzantinern einen Angriff zu erschweren, errichtete Zar Samuil ein acht Kilometer langes Verteidigungssystem – von Belasitsa bis Ograzhden – und errichtete auf dem Hügel eine Festung, die durch drei Wälle und zwei Gräben geschützt war.
Am 23. Oktober 1982 wurde mit großer Feierlichkeit ein Nationalpark-Museum eröffnet. Schon von weitem ist das Bronzedenkmal von Zar Samuil (ein Werk des Künstlers Boris Gondov) zu sehen – eine ausdrucksstarke, majestätische Ganzkörperfigur, jedoch mit gebeugten Knien. Der Herrscher – gebrochen nicht durch die Niederlage, sondern durch den Schmerz, der ihn töten wird, durch seine verkrüppelten Gefährten. Auf beiden Seiten der Tafel sind Reliefs von Soldaten dargestellt – tragisch und majestätisch zugleich. Neben dem Denkmal befindet sich die Museumsausstellung, in der Funde aus den archäologischen Ausgrabungen der Festung zu sehen sind: zwei Marmorplatten mit altbulgarischen Inschriften, Ornamente, Werkzeuge, Pfeile und Keramik.
Öffnungszeiten:
Die Öffnungszeiten der Festung Samuil sind:
Sommersaison (April–September)
Montag bis Freitag: 9:00–18:00 Uhr
Samstag und Sonntag: 9:00–16:00 Uhr
Wintersaison (Oktober–März)
Montag bis Freitag: 9:00–16:00 Uhr
Samstag und Sonntag: 9:00–16:00 Uhr
Feiertage: 1. Januar; Ostersonntag; Weihnachten: 24.–25.
Kontakt:
Telefon: 0879479210
