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Museum für Nationalgeschichte und Archäologie in Pliska

100 nationale Touristenattraktionen

Pliska war die erste Hauptstadt des bulgarischen Staates, gegründet von Khan Asparuh, und war bis 893 nicht nur Hauptstadt, sondern auch eine der größten und reichsten Städte. Heute erscheint es seltsam, dass sie auf ebenem Boden erbaut wurde, doch für ein Volk, das aus den weiten Steppen stammte, ist dies verständlich. Zum Schutz der Stadt vor Angriffen wurden drei Verteidigungsgürtel angelegt – ein Graben mit Erdwall, eine Festungsmauer und eine Ziegelbefestigung an der Zitadelle selbst. Der ummauerte Komplex umfasste eine Fläche von 23 Quadratkilometern, doch man geht davon aus, dass die Stadt viel größer war – so groß wie das Gebiet des heutigen Varna.

Die Entdeckung der ersten bulgarischen Hauptstadt, in der Fürst Boris 864 die Bulgaren taufte, ist ein wahres Epos und erinnert an Schliemanns Suche nach dem legendären Troja. Im 17. Jahrhundert befand sich an diesem Ort eine tatarische Siedlung namens Aboba. 1884 vermutete der damalige bulgarische Bildungsminister Konstantin Irechek, dass es sich bei den Ruinen in der Nähe des Dorfes höchstwahrscheinlich um die Überreste der von byzantinischen Chronisten erwähnten Stadt handele. Ein anderer Tscheche, Karel Schkorpil, machte sich daran, das Rätsel zu lösen. Er veröffentlichte seine Meinung, dass sich hier die Hauptstadt von Asparuch, Krum, Omurtag und Malamir befunden habe. Dies weckte das Interesse des Direktors des Archäologischen Instituts in Konstantinopel an Aboba. Vasil Zlatarski und Karel Schkorpil nahmen von bulgarischer Seite an den Ausgrabungen teil. Sehr bald entdeckte letzterer die beiden bedeutendsten Monumente dieses Ortes – den Thronsaal und die Große Basilika. Damit war unwiderlegbar bewiesen, dass sich hier die erste bulgarische Hauptstadt, Pliska, befand.

Heute werden die freigelegten Überreste als Freilichtmuseum aufbewahrt und können jederzeit besichtigt werden. Am besten besucht man jedoch die Ausstellung, um die Objekte zu sehen, die mit dem Leben, der geistigen und materiellen Kultur der Antike in Verbindung stehen. Bewohner der Hauptstadt.

Im 500 Quadratmeter großen Palast von Khan Krum entdeckten die Forscher ein Wasserreservoir, geräumige Badezimmer und Geheimausgänge, durch die die Bewohner im Falle einer Belagerung ungehindert entkommen konnten. Während der Herrschaft von Omurtag (814–831) wurde die Stadt erweitert, die Festungsmauern fertiggestellt und der Thronsaal errichtet. In der Außenstadt entdeckten Historiker Überreste von Wohnhäusern, Tempeln, Wirtschaftsgebäuden und Werkstätten. In der Nähe des Osttors befindet sich der prächtige Palast-Kirchenkomplex, der eine Kathedrale, einen Erzbischofspalast und ein Kloster namens Große Basilika umfasste, geschützt durch eine über vier Meter hohe Steinmauer. Sein Bau begann aller Wahrscheinlichkeit nach unmittelbar nach der Annahme des Christentums und war 250 Jahre lang das Zentrum des spirituellen Lebens der Hauptstadt und Bulgariens zu dieser Zeit.

Das Gebäude, das auf einem unbekannten heidnischen Tempel errichtet wurde, sorgt unter Wissenschaftlern für hitzige Debatten. Einigen zufolge handelt es sich bei dem unter den Fundamenten der Basilika entdeckten Gebäude um das Grab eines Mannes, der als Märtyrer für seinen Glauben starb (wahrscheinlich der Bruder von Khan Malamir, der Heilige Bojan, der wegen Verrats an den Traditionen hingerichtet wurde). Einer anderen, plausibleren Hypothese zufolge wurde das Gebäude jedoch als Mausoleum für die bulgarischen Khane errichtet. Nach dem Umbau versuchte man, es in eine Kathedrale umzuwandeln, doch der Bau hielt nicht lange und musste vollständig abgerissen werden. Wichtiger ist jedoch, dass hier neben liturgischen Büchern auch Jura, Architektur und Bauwesen studiert wurden. Wahrscheinlich wirkten hier die Schüler von Kyrill und Method, die 886 von Zar Boris I. aufgenommen wurden, und gründeten eine neue literarische Schule für slawische Sprachen.

Arbeitszeiten:
Arbeitszeiten:
Sommerarbeitszeiten (April – Oktober): 8:30 – 19:00 Uhr. (ohne Ruhetag)
Winteröffnungszeiten (November – März): 8:30 – 17:00 Uhr (ohne Ruhetag)

Eintrittspreise:
Erwachsene/Kinder, Studenten, Rentner – 5 BGN/2 BGN
Vortrag auf Bulgarisch – 10 BGN
Vortrag in einer Fremdsprache – 15 BGN

Kontakt:
Nationales historisch-archäologisches Reservat „Pliska“
Adresse: Stadt Pliska 9920, Gemeinde Kaspichan, Reg. Noisy
Telefon: +359 532 32012, 0889 53 98 23

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