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Hausmuseum „Aleko Konstantinow“

100 nationale Touristenattraktionen

Aleko Konstantinow schenkte sein Haus noch zu Lebzeiten der Gemeinde Swischtow. Heute ist darin eine bemerkenswerte Ausstellung zu sehen.

Der große bulgarische Schriftsteller wurde am 1. Januar 1863 geboren. Damals florierte die Stadt, da sie Handel trieb und vor allem Getreide exportierte, nicht nur ins türkische Reich, sondern auch nach Rumänien, Österreich und Russland. Alekos Vater – ein wohlhabender Kaufmann, der fünf Sprachen sprach – wird als stolzer und despotischer Mensch beschrieben, seine Mutter hingegen als verträumte und sanfte Frau – Eigenschaften, die sie an ihren Sohn weitergab.

Aleko hatte das Glück, zunächst von Lehrern wie Emanuil Vaskidovich und Yanko Mustakov unterrichtet zu werden, und besuchte zwei Jahre lang auch die einst berühmte Schule von Hristaki Pavlovich. Anschließend setzte er sein Studium am Aprilov-Gymnasium in Gabrovo fort, wurde jedoch durch den Beginn des Russisch-Türkischen Krieges unterbrochen. Sie war der Grund dafür, dass Kaiser Alexander II. bei seinem dritten Besuch in Swischtow im Geburtshaus des späteren Schriftstellers übernachtete.

Die heutige Ausstellung bewahrt Erinnerungen daran. Später war auch das Büro des Gouverneurs von Swischtow unter der Leitung von Najden Gerow in diesem Haus untergebracht. Zu seinen Mitarbeitern zählten Persönlichkeiten wie Iwan Wasow, Dragan Zankow und Nikola Schiwkow, und Aleko selbst arbeitete als Schreiber.
Nach dem Krieg studierte Aleko in Nikolajew, wo er die Werke der russischen Klassiker kennenlernte. Dort veröffentlichte er seine ersten Gedichte, begann aus Fremdsprachen zu übersetzen, schrieb Theaterstücke und komponierte, denn neben der Literatur interessierte ihn auch die Musik.

Anschließend setzte er sein Studium an der Neurussischen Universität in Odessa fort. 1885 kehrte er nach Bulgarien zurück, lernte Pencho Slawejkow und Dr. Krastew kennen, der aus dem Russischen und Französischen übersetzt wurde und sich zunehmend aktiv am politischen Leben des Landes beteiligte. Er ist auch ein leidenschaftlicher Reisender: 1889 besuchte er die Weltausstellung in Paris, 1891 die in Prag und zwei Jahre später reiste er nach Chicago. „Nach Chicago und zurück“ und das einzigartige „Bai Gagno“ erscheinen ans Tageslicht. Dieser bemerkenswerte Künstler und Bürger wurde schon zu Lebzeiten von der Mehrheit der Bulgaren populär und geliebt. Seine kühn und ironisch verfassten Feuilletons prangerten die Vulgarität und die wölfischen Manieren an, die in Bulgarien zu dieser Zeit vorherrschten.

Er wusste, was ihn bedrohte, und schrieb deshalb in einem Brief an Slawejkow: „Früher suchten die Offiziere nach mir, um mich zu schlagen, jetzt folgen mir andere, um mich zu schlagen.“ Doch er wettert weiterhin furchtlos gegen die Missstände der Gesellschaft. Am 11. Mai 1897 durchbohrte auf der Straße nahe dem Dorf Radilowo in Pasardschischko eine aus dem Hinterhalt abgefeuerte Kugel, die seinem Kameraden Michail Takew galt, Alekos Herz und ließ es für immer erlöschen. Die Pläne des Schriftstellers blieben unerfüllt: eine Weltreise zu Fuß zusammen mit einem Franzosen; eine weitere, ebenfalls um die Welt, mit Lidija Schischmanowa, für die er sich fragte, wo er das Geld hernehmen sollte. Unglücklicherweise auch eine sehr reale Reise nach Italien, die ihm der Herausgeber der Zeitschrift „Misl“, Dr. Krastew, anbot.

Vom Archiv des Schriftstellers ist nicht viel übrig geblieben: 19 Bücher, mehrere Zeitungen und Zeitschriften, zwanzig Fotografien, ein Grammophon ohne Trichter, ein Fotostativ, ein Tintenfass und eine pyrografierte Schachtel für Friseurbedarf. Und mehr noch: drei von Aleko aufgenommene Fotos, seine Anwaltszulassung, drei handgeschriebene Notizbücher mit jeweils mehreren Seiten und Quittungen. Doch sein unsterbliches Werk bleibt, ebenso wie sein Ruhm als Begründer der organisierten Tourismusbewegung in Bulgarien. Bekanntlich führte er am 27. August 1895 300 Menschen auf den Gipfel des Vito, den Tscherni Wra. Schließlich gibt es noch die Zeilen über die bulgarische Natur, die mit Pathos, Inspiration und Liebe geschrieben wurden.

Dieses Haus in Swischtow ist nicht nur ein Museum, sondern ein Tempel, den man mit Ehrfurcht vor dem Werk und Leben dieses großen Patrioten und Schriftstellers betreten sollte.

Öffnungszeiten:
Montag bis Freitag: 9:00–17:00 Uhr, Samstag und Sonntag: 9:00–16:00 Uhr
Während der Winteröffnungszeiten (November–März) sind Samstags- und Sonntagsöffnungszeiten auf Anfrage möglich.

Eintrittskarten:
Normalkarte: 3,00 BGN.
Eintritt für Kinder, Studenten und Rentner: 1,50 BGN.
Vortrag auf Bulgarisch: 5,00 BGN.
Vortrag auf Englisch – 10,00 BGN.

Kontakt:
Adresse: Svishtov, Klokotnitsa Str. Nr. 6
Telefon: 0631 60467

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