Wenn man am Ufer des Batak-Staudamms steht und über die Westrhodopen blickt, denkt man als Erstes an die Zeilen von Ivan Vazov: „Aber wer sagt, dass Bulgarien nicht schön, himmlisch schön und majestätisch ist? Kommt, kommt und seht!“
Inmitten der Schönheit dieses Berges ist es schwer, fast unmöglich zu glauben, dass hier Blut vergossen wurde, aber leider ist es die Wahrheit. Und zwar das Blut unschuldiger Menschen, deren „Verbrechen“ ihr Durst nach Freiheit, nach nationaler Unabhängigkeit war.
Das Historische Museum von Batak beherbergt Exponate aus vielen Zivilisationen: den Thrakern des kriegerischen Stammes der Besi, den Römern, Byzantinern, Slawen, Protobulgaren, Osmanen und Bulgaren.
Doch diese Stadt ist nicht nur in unserem Land, sondern auch weltweit bekannt, insbesondere für den Heldenmut ihrer Bewohner während des Aprilaufstands. Zu seinem einzigartigen Museumskomplex gehören auch die Beinhauskirche „Sveta Nedelya“ sowie die Häuser Sharovata und Balinova – historische Denkmäler und Beispiele der traditionellen Architektur jener Zeit. Letzteres beherbergte auch eine reichhaltige ethnografische Ausstellung.
Der beeindruckendste christliche Tempel in Batak ist die „Heilige Mutter Gottes“, aber wir werden uns aus naheliegenden Gründen näher mit dem bereits erwähnten „Karsonntag“ befassen. Sie wurde 1813 in nur 75 Tagen erbaut. Sie wurde von hohen Steinmauern umgeben – wie eine Festung, die sie Kaleto nannten. Nach der Niederschlagung des Aufstands versammelten sich mehr als 2.000 Menschen im Inneren, hauptsächlich Frauen, Kinder und Alte, die auf den Schutz der massiven Mauern und Gottes Schutz vertrauten.
Drei Tage lang verteidigten sie die Festung. Um die Verteidiger zu brechen, ließen die Türken ganze Bienenstöcke voller wütender Bienen und brennendes, gasgetränktes Stroh herein. Viele starben an Erstickung, aber am schlimmsten war der Durst. Die Mütter benetzten die Lippen ihrer Kinder mit Olivenöl, solange es verfügbar war, und anschließend mit dem Blut der Ermordeten. Mit bloßen Händen gruben sie einen Brunnen, um Wasser zu finden, doch vergebens. Als sie beschlossen, sich zu ergeben und die Türen öffneten, erwarteten sie bereits die blutrünstigen Männer von Ahmed aga Barutanliata. Sie mussten sich zwischen Tod und Annahme des Islam entscheiden.
Die meisten von ihnen gaben ihren Glauben nicht auf und wurden massakriert. Nach all dem erfuhren die Türken, dass eine internationale Untersuchungskommission hierherkommen würde, um die Spuren des Massakers zu verwischen. Sie sammelten und begruben einen Teil der Leichen, tünchten die Wände, doch das Blut trat wieder aus, sodass sie versuchten, den Putz von den Wänden zu entfernen.
Die Welt erfuhr erstmals von den schockierenden Gräueltaten durch die Berichte des amerikanischen Journalisten und Kriegsberichterstatters der Zeitung „Daily News“, Januarius McGahan. Seine Berichte wurden in einem separaten Buch veröffentlicht und umgehend in viele Fremdsprachen übersetzt. Der Schriftsteller Victor Hugo, der sich vor dem französischen Parlament für die bulgarischen Interessen einsetzte, folgte ihnen in nichts nach. Und viele andere.
Nach der Niederschlagung des Aufstands fällt die Bilanz erschreckend aus: Mehr als 5.000 Menschen wurden getötet – Männer, Frauen und unschuldige Kinder aus der 6.000 bis 7.000 Batak-Bevölkerung.
1955 wurde „Sveta Nedelya“ zum Museum erklärt, und die Einwohner der Stadt sagen, sie sei nach allem, was geschehen ist, „die kleine Kirche von Batak, die man mit gesenktem Haupt betritt“, aber auch „die große Kirche Bulgariens, die man mit erhobenem Haupt verlässt“!
Arbeitszeiten:
Sommerarbeitszeiten
(1. Juni – 31. August) 9:00–18:30 Uhr
Winteröffnungszeiten
(1. September – 31. Mai) 9:00 – 17:00 Uhr
(Feiertage: 24. Dezember, 1. Januar und Ostern)
Eintrittspreise:
Eintrittspreis für alle Museumsausstellungen – Historisches Museum – Batak, Balinova-Haus und Sharova-Haus:
Erwachsene 6,00 BGN
Studenten und Rentner 3,00 BGN
3-köpfige Familie (mit 1 studierendem Kind) 14,00 BGN
4-köpfige Familie (mit 2 Schulkindern) 17,00 BGN
Kinder bis 7 Jahre, Menschen mit Behinderung, Kinder aus Sozialheimen frei
Eintrittspreis für Historisches Museum – Batak und Sharova-Haus
Erwachsene 5,00 BGN
Studenten und Rentner 2,00 BGN
Eintrittspreis für Balinova-Haus und Sharova-Haus
Erwachsene 5,00 BGN
Studenten und Rentner 2,00 BGN
Taxigespräche
Überblicksgespräch auf Bulgarisch: 15,00 BGN
Überblicksgespräch in einer Fremdsprache: 25,00 BGN
Film: 8,00 BGN
Lehrvortrag auf Bulgarisch: 15,00 BGN
Lehrvortrag in einer Fremdsprache: 25,00 BGN
Gebühr für Amateurfotografie: 2,00 BGN.
Kontakt:
Adresse: Batak, 4580, Region Pasardschik
Platz der Befreiung, Nr. 3
TELEFON:
03553 2026 – Museumsinformationszentrum
03553 2339 – Direktor
