Der Besuch des Soldatenfriedhofs weckt zwar Trauer, doch diese weicht schnell der Neugier und Bewunderung aller, die das äußerst interessante und einzigartige „Museum für Fischerei und Schifffahrt“ entlang der Donau betreten, das 1974 eröffnet wurde. Es liegt in der Nähe der Donau und des Architekturkomplexes „Ribarska Mahala“ – einem charakteristischen Fischerdorf aus der Renaissance. Ein bezaubernder Ort, an dem man in die Vergangenheit eintauchen und verstehen kann, warum Tutrakan während seines tausendjährigen Bestehens immer mit Fischerei und Schifffahrt verbunden war – einem alten Lebensunterhalt und Handwerk, das ganze Clans und Familien ernährte. Die Exponate stammen aus der gesamten Donauregion.

In der Stadt arbeiteten berühmte Handwerker, die Boote nicht nur nach Rumänien und Serbien, sondern auch nach Ungarn und Österreich exportierten. Es ist sicher bekannt, dass im Jahr 1897 2.297 Menschen den Fischerberuf ausübten, und zu Beginn des 20. Jahrhunderts lebten in dem Weiler 1.437 Fischerfamilien. Und nicht nur Männer, sondern auch viele Frauen waren in der Fischerei tätig. Von hier aus wurden neben Booten auch Fisch, Fischöl und schwarzer Kaviar in zahlreiche europäische Länder exportiert.

Die Ausstellung des Museums bietet eine faszinierende Reise in die Vergangenheit. Hier wird auch eines deutlich: Die Bevölkerung von Tutrakan lebte nicht im Wohlstand. Ihre Nahrung bestand hauptsächlich aus Wels und Fischgerichten. Die Fischer blieben nur während der kältesten Wintertage in der Stadt. Sie gingen im zeitigen Frühjahr fischen und kehrten im Spätherbst zurück. Sie zogen 150 bis 200 Kilometer von ihrem Geburtsort weg, fingen Fische, die sie verkauften, und ernährten so ihre Familien. Einkommensmangel war ihr ständiger Begleiter. In schlechten Jahren und mit geringem Fang hungerten sie. Und einige besonders kuriose Fakten können hier erfahren werden.

Welche Fischart ist beispielsweise das Wahrzeichen des großen Flusses? Manche behaupten, es sei die Moruna, weil ihr weißes Fleisch besonders schmackhaft ist und sie den berühmten schwarzen Kaviar liefert – das „Gold“ der Donaufischer. Doch wenn die Moruna ein Wahrzeichen der Donau ist, besteht kein Zweifel daran, dass ihr Herr der Wels ist, der in seinem 40-jährigen Leben eine Länge von 5 bis 6 Metern und ein Gewicht von 300 Kilogramm erreichen kann. Ein wilder und kämpferischer Fisch – ein Wels mit einem Gewicht von etwa 100 Kilogramm – hat die Zugkraft eines kleinen Motorboots. Damals, als die Fischer nur ein einfaches Ruderboot besaßen, war es gar nicht so einfach, ein solches Exemplar zu fangen und wieder aus dem Wasser zu holen.

Eine Stadt und ein Fluss – ein gemeinsames Schicksal, das sie für immer verband. Besuchen Sie Tutrakan nicht nur, um all dies zu sehen, sondern auch zu spüren.

Öffnungszeiten:
Öffnungszeiten:
Montag – Freitag: 8:00 – 12:00 Uhr und 13:00 – 17:00 Uhr
Samstag und Sonntag: 9:00 – 12:00 Uhr und 13:00 – 16:00 Uhr
Im Oktober sind die Ausstellungen an Wochenenden, Samstagen und Sonntagen von 9:00 bis 16:00 Uhr für Besucher geöffnet, sonntags für Gruppen nach vorheriger Anmeldung unter Tel. 0866/61235, 60352.
Eintrittspreise:
Berufstätige: 5 BGN, Rentner, Studenten und Schüler: 3 BGN, Vortrag: 10 BGN.

Kontakt:
Historisches Museum
Suworow-Platz 1

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