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Archäologisches Reservat „Kaliakra“

100 nationale Touristenattraktionen

In der Zeit, als die Götter noch mit den Menschen zusammenlebten, begab sich eine antike griechische Galeere auf eine äußerst gefährliche Reise. Ihr Kapitän war der 20-jährige Jason. Pellius, der seinen Vater betrügerisch vom Thron gestürzt hatte, schickte ihn mit dem Unmöglichen, den Befehl zur Rückkehr mit dem Goldenen Vlies zu erfüllen, in der heimlichen Hoffnung, der junge Mann würde auf dieser Reise sterben.

Doch Jason, der eine große Gruppe von Helden, darunter Herkules und Orpheus, um sich geschart hatte, erreichte nach zahllosen Mühen Kolchis (das heutige Georgien) und erlangte mit Medeas Hilfe das Goldene Vlies. Die Geschichte geht als „Argonauten“ in die Geschichte ein, nach dem Namen ihres Schiffes.

Ist das nur eine Legende oder steckt ein Körnchen Wahrheit darin?

1973 fand der Ingenieur Sergej Kuprijanow in den Gewässern rund um Kap Kaliakra einen Metallbarren in Form einer gespannten Ochsenhaut. Für Archäologen war es lediglich ein domonetisches Tauschmittel, für Historiker ein überzeugender Beweis dafür, wie weit die ägäischen Seefahrer im zweiten Jahrtausend v. Chr. entlang der Schwarzmeerküste nach Norden vordrangen. Für Träumer und Abenteurer ist es zudem ein Zeugnis der legendären Reise der Argonauten.

Sie werden sicher bemerkt haben, dass die meisten Legenden einen tragischen Hintergrund haben. Das romantische Felsvorsprung von Kaliakra mit seinen steilen Ufern bildet da keine Ausnahme. Es ist bekannt, dass die Römer im ersten Jahrhundert n. Chr. das Land der Thraker eroberten und Kalliakra den Namen Acros Castellum gaben. Die landseitigen Zugänge waren durch drei Reihen Festungsmauern geschützt. Die Slawen und Protobulgaren gründeten ihren Staat und gliederten Kaliakra in diesen ein. Ende des 14. Jahrhunderts wurde die Festung nach erbitterten Kämpfen von den Türken erobert. Damals entstand die Legende von den 40 bulgarischen Mädchen, die den Tod der Schande vorzogen und mit geflochtenen Haaren in den Abgrund sprangen.

Kap Kaliakra ragt bis zu zwei Kilometer ins Meer hinein, und daher stammt auch die Legende vom Heiligen Nikolaus, dem Schutzpatron der Seefahrer und Fischer, der vor den Türken floh. Auch der Boden unter seinen Füßen versuchte zu helfen, indem er sich dehnte, doch vergebens – er wurde gefangen genommen und getötet. Deshalb befindet sich heute ganz am Ende des Kaps eine kleine Kapelle, die den Namen des Heiligen trägt. Einer anderen Interpretation zufolge leitet sich der Name von der Bucht und „Kaliakra“ ab und bedeutet „schönes und gutes Ufer“, was zweifellos der Fall ist. Daher wurde er bereits in der Antike verwendet, und es gibt auch eine Legende, dass der noch immer unentdeckte Schatz des Lysimachos hier irgendwo vergraben liegt.

Niemand kann mit Sicherheit sagen, wie viel Wahrheit in einer Legende steckt oder ob sie selbst nicht wahrer ist als jede Wahrheit! Ein auf den ersten Blick paradoxes Urteil, aber oft das einzig wahre. Die Geschichte der Archäologie ist voll von solchen Beispielen. Das auffälligste? Hier ist es: Der junge Schliemann, der an Homers Ilias glaubte, entdeckte die Ruinen Trojas. Was bis dahin nur eine Legende war.

Bedeutender als all dies ist jedoch die Natur der Nordküste, deren borstige, rötliche Felsen so viele Geheimnisse bergen. Und die das Schwarze Meer seit Jahrhunderten ausgräbt, ohne die Spuren unserer Vorfahren verwischen zu können. Das ist der Sinn eines Besuchs in Kaliakra: zu erkennen, dass der wahre Schatz nicht das Goldene Vlies ist, sondern der unglaubliche Charme dieses sagenumwobenen Ortes. Eine scheinbar karge und raue Küste, die mit ihrer ursprünglichen Schönheit besticht.

Öffnungszeiten:
Montag – Samstag (Mai – September): 9.00 – 13.00 Uhr und 14.00 – 18.00 Uhr
Montag – Freitag (Oktober – April): 8.30 – 12.30 Uhr und 13.30 – 17.30 Uhr
Samstag und Sonntag – auf Anfrage für Gruppen

Eintrittspreise:
Erwachsene – 3,00 BGN
Kinder, Schüler, Studenten – 1,00 BGN
Familienticket – 4,00 BGN

Eintrittspreise innerhalb der Touristenroute:
Erwachsene – 6,00 BGN
Kinder, Schüler, Studenten – 2,00 BGN
Familienticket – 10,00 BGN

Eintrittspreis für die Teilnahme an Bildungsprogrammen: 2 BGN

Vorträge:
auf Bulgarisch – BGN 5,00,
in einer Fremdsprache – 10,00 BGN.

Kontakte:
Historisches Museum – Stadt Kavarna
Tel.: +359 570 821 50

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